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Pfarreiengemeinschaft Alftal

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Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,

Weihnachten, Ostern, Pfingsten sind die drei herausragenden Feste im Ablauf unseres Kirchenjahres. Mit den beiden ersten Festen können die meisten Menschen durchaus einiges anfangen. Auch die Werbung tut sich mit ihnen relativ leicht; ihre Vermarktung ist einfach. Doch mit Pfingsten, dem Tag, an dem wir die Osterzeit und damit auch den Osterfestkreis des Kirchenjahres beschließen, sieht es ein wenig anders aus. Viele Menschen verbinden damit zwei freie Tage oder gar Ferien und Urlaub. Viele Vereine und weltliche Verbände laden etwa zum Pfingstangeln oder geselligen Begegnungen ein. Im Laufe der Zeit haben sich in der Tat verschiedene Feiern und Feste um die Pfingsttage gerankt. Das ist ja im Grunde genommen nichts Schlechtes; das eine schließt ja normalerweise das andere nicht aus. Doch wenn dann in einer Zeitung, fettgedruckt, folgende Überschrift zu lesen ist: „Am Pfingstfest stehen die Pferde im Mittelpunkt“, dann ist doch die Frage durchaus berechtigt: Was haben wir aus Pfingsten gemacht, dem 50.Ostertag, so können wir ja dieses Wort übersetzen? Wird sein eigentlicher Sinngehalt nicht mehr gesehen, geschweige denn verstanden? Auch und gerade bei uns Christen? Ja, verstehen wir Pfingsten? Ja, erleben wir Pfingsten im eigenen Lebensbereich, in der Kirche? Ja, leben wir Pfingsten im eigenen Lebensbereich, in der Kirche? Konkret heißt das: Leben wir unsere Taufe, leben wir unsere Kommunion, leben wir unsere Firmung? Pfingsten ist nämlich auch die Vollendung unserer Eingliederung in die Kirche durch die drei ersten Sakramente. Pfingsten ist die Besiegelung der Taufe. Kennen Sie Ihren Tauf-, Kommunion- und Ihren Firmtag? Wenn nicht, schauen Sie mal nach.

Es gibt Jugendliche die sagen, in der Kirche sei nichts los, sei alles so lahm, angefangen vom Orgelspiel, über die Predigt, bis hin zu den einzelnen Texten und Gebeten; der Pepp würde fehlen; man verschanze sich hinter Riten und Formen. Es fehle Lebendigkeit, Esprit, Geist. Vielleicht haben diese jungen Menschen gar nicht so Unrecht. Denn Kirche lebt ja von der Vielfalt der Charismen, der Geistesgaben oder auch nicht. Kirche lebt vom Engagement ihrer Glieder, die sich um ihr Haupt, Jesus Christus, versammeln oder auch nicht. Allerdings ist Pfingsten weder im eigenen Lebensbereich noch in der Kirche selbst machbar. Das haben bereits die engsten Freunde Jesu, die Apostel erfahren. Und so begann in der Tat Kirche. Im Evangelium heißt es: „Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten ...“ Am Anfang der Kirche gibt es also Menschen, die zugemacht haben, die enttäuscht waren, die Angst hatten, die nicht ein noch aus wussten.

Doch „da kam Jesus, trat in ihre Mitte“ – auch das gehört zum Anfang der Kirche: Der Herr kommt trotz verschlossener Türen. Allerdings rennt er keine Türen ein. Auch wo Menschen sich abschließen, gegeneinander und gegen IHN, kann ER in ihre Mitte treten; ER tut das aber nicht mit Drohung und Gewalt. Sein Wort, das verschlossene und verriegelte Türen aufsperrt, heißt vielmehr: „Friede sei mit euch!“ Schalom, Friede, ist das erste Wort des Auferstandenen an die, die sich eingemauert haben. Kein Wort des Vorwurfs oder der Anklage, der Abkehr oder der Verbitterung. Nein, vielmehr „Friede sei mit euch!“ Der Gekreuzigte, der lebt, zeigt den Jüngern seine Hände und seine Seite. Er zeigt ihnen seine Erkennungsmerkmale; er zeigt ihnen die Wunden; Zeichen seiner Liebe. In Jesu offenen Händen, in Jesu offener Seite bleibt ihnen Gottes Liebe zu-gewandt.

Und so gesehen kann Pfingsten nicht nur an Pfingsten selbst gelebt oder erfahren werden; nein, Pfingsten kann immer sein. Doch der Heilige Geist kann bei uns sozusagen nur landen und wirken, wenn wir Christen uns von der Aufgeschlossenheit Jesu ergreifen lassen, vom Geist offenherziger Liebe, vom Geist, der aus Verschlossenen Offene, aus Enttäuschten Aufgeschlossene machen kann; Menschen, die hinhören können, ja, die hinhören können in die Stille, um sich von daher mit Lebendigkeit, Esprit und Geist für die Kirche von heute von Gott selbst erfüllen und beschenken zu lassen und damit Gottes Willen kundtun im Hier und Heute. Dazu ist auch die Möglichkeit gegeben, sich mit seinen Charismen, mit seinen Fähigkeiten in das Gemeindeleben mit einzubringen etwa im Pfarrgemeinderat, im Verwaltungsrat oder in einem der vielen Ausschüssen, die das Leben unserer Pfarrgemeinde mittragen. Im November sind wieder Pfarrgemeinderatswahlen. Lassen Sie sich aufstellen als Kandidatinnen und Kandidaten; seien Sie bereit, mitzumischen im Leben unserer Pfarrgemeinde, damit es auch übermorgen noch Ihre Pfarrei gibt und sie nicht aufgeht in einem großen Gebilde, in dem auch noch die Gefahr besteht, dass sich das Individuelle Ihrer Pfarrgemeinde auflöst.

Ich wünsche uns allen den Pfingstgeist, und damit Mut und Kraft zum Mitmischen und konstruktiven Engagement in Ihrer Pfarrgemeinde, in Ihrer Pfarreiengemeinschaft, aber nicht nur für Heute sondern für alle kommende Zeit. Denn Kirche will täglich neu gelebt werden, ist doch ihr Herr und Meister Jesus Christus alle Tage bei ihr, bis ans Ende der Welt. In diesem Sinne ein gesegnetes und frohes Pfingstfest!

P.Ludwig Eifler O.Carm. (Pfarrer)