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Pfarreiengemeinschaft Alftal

Was Fastnacht bedeutet

Zeit des Ver-Rückens und Zeit des Zurecht-Rückens


Fastnacht, Fasching, Karneval. Narren und Jecken bevölkern die Straßen, stellen die Welt auf den Kopf, durchbrechen die gewohnte Ordnung, überschreiten Grenzen – ver-rückte Welt.

Die Fastnachtszeit ist ja im katholischen Raum entstanden. Denn die Menschen wollten noch einmal, bevor das große Fasten beginnt, ausgelassen, fröhlich sein, vielleicht auch über die Stränge schlagen. Und so hat man dann die Nacht vor dem Fasten allmählich ausgedehnt auf die Tage und Wochen davor, bevor es dann am Aschermittwoch in die 40tägige Bußzeit ging.

Ein weiterer Ursprung der Fastnachtsbräuche ist das Vertreiben des Winters. Auch wenn der Winter ohne Zweifel seine schönen Seiten hat, war er doch für die Menschen gerade früherer Zeiten eine arge Belastung. Auch in uns wächst mit dem näherrückenden Frühjahr die Sehnsucht nach Licht und Wärme.

Der Winter hat mancherorts vieles zugeschneit und eingefroren. Unter der Schneedecke liegt Schönes und Hässliches verborgen. Unser Leben ist manchmal auch winterlich. Manches ist starr geworden, eingefroren, regungslos, verhärtet. Manches liegt im Verborgenen – unentdeckt oder bewusst versteckt gehalten, Schönes und Hässliches.

Fastnacht in einem christlichen Sinn könnte daher auch heißen, den Winter des Lebens vertreiben, Zugedecktes aufdecken, Eingefrorenes auftauen, sich gegenseitig beim Auftauen helfen, sich getrauen, anders zu sein, ver-rückt, um nicht auf einer gewohnten oder allzu gewöhnlichen Position zu erstarren und einzufrieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und frohe Fastnachtszeit.

P. Ludwig Eifler O.Carm.